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15. November 2017 - 00:00 Uhr

Fiftyfity - Obdachlosenzeitschrift berichtet über TelefonSeelsorge


Die TelefonSeelsorge ist an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr erreichbar. Über 8.000 Ehrenamtliche in ganz Deutschland nehmen sich Zeit für die Nöte und Sorgen von Menschen. Fiftyfity-Sozialarbeiter Johannes Dörrenbächer hat dazu die katholische Leiterin der TelefonSeelsorge Saar interviewt.

Hier Ausschnitte aus dem Interview, das Johannes Dörrenbächer mit seiner Mutter,  der Diplompsychologin und Theologin Heidrun Mohren-Dörrenbächer, geführt hat.

 

Ausschnitte aus diesem Interview:       

Ohne die Ehrenamtlichen würde die TelefonSeelsorge wohl nicht funktionieren, oder?

Das stimmt. Die über 8.000 Ehrenamtlichen tragen dazu bei, dass die TelefonSeelsorge in ganz Deutschland rund um die Uhr besetzt ist…

 

Aber es kann auch sein, dass du als fest angestellte hauptamtliche Mitarbeiterin ans Telefon gehst?

Ja, natürlich! Wir alle leisten auch Tefefondienste…

 

Der Begriff Seelsorge, du hast ihn gerade angesprochen, er ist ja kein neuer Begriff und ist älter als die Technik des Telefons selbst. Kann man also sagen, dass die klassische Seelsorge nun einfach zum Telefon gewechselt hat?

Ja oder eben zum Chat oder zum klassischen Gespräch zwischen zwei Personen in einem Raum…

 

Wie versucht ihr auf die Lebenslagen der Anrufenden entsprechend zu reagieren?

Wir fragen zunächst einmal nach, in welcher Situation der oder die Anrufende gerade ist. Also in etwa so: „Was hat Sie dazu bewogen, jetzt zum Telefonhörer zu greifen?“. Es gibt meistens einen Anlass warum sich jemand bei uns meldet. Es kann sein, dass gerade etwas Schlimmes vorgefallen ist. Es kann aber genauso gut sein, dass sich jemand auf Grund einer Fernsehsendung seiner Einsamkeit bewusst wurde oder dass jemand die ganze Nacht gegrübelt hat und plötzlich sind ihm wieder Bilder aus der Kindheit in den Kopf gekommen, die ihn nicht mehr schlafen lassen oder oder oder. Es geht im Grunde genommen immer erst einmal darum, den Auftrag der Anrufenden zu klären. In den seltensten Fällen geht es darum, dass die Anrufenden hören möchten, was sie tun sollen.

 

Du bist seit 2001 bei der TS tätig. Was hat dich damals dazu bewogen diesen Beruf aufzunehmen?

Eigentlich habe ich schon 1983 bei der TelefonSeelsorge angefangen. Damals habe ich die Ausbildung als Ehrenamtliche während meines Studiums absolviert. Die Arbeit bei der TS ermöglicht es mir viele verschiedene Lebensentwürfe kennenzulernen. Bis heute fasziniert es mich, wie Menschen mit schwierigen Lebenssituationen umgehen. Denn alle Personen, die bei uns anrufen bewältigen in irgendeiner Form ihr Leben. Spannend ist also weniger die Problematiken der Anrufenden, sondern wie die Menschen mit den vielen schwierigen Lebenssituationen umgehen.

Als Psychologin und Theologin kann ich und bei der TS beide Fächer miteinander verbinden. Denn die Frage nach dem Lebenssinn, eine Frage, die oft hinter anderen Themen steht, taucht in meiner Arbeit immer wieder auf. Die annehmende Haltung in dieser Frage ermöglicht es mir, sehr viel freier als beispielsweise in der klassischen Therapie oder in der Beratung oder im theologischen Bereich zu arbeiten…



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